Oracle Programmierung

2000, ISBN 3-8273-1733-9   [Bestellen] [Mehr lesen] [Buch interaktiv]

Vorwort

Noch ein Buch über Oracle?! Nun, in einem haben Sie sicher Recht: Bücher über Oracle gibt es sicherlich eine ganze Menge. Aber als ich im Sommer 1998 intensiveren Kontakt zu diesem Datenbanksystem bekam, hätte ich mir ein solches Buch gewünscht. Ich habe es gesucht, aber nicht gefunden – das ist einer der Gründe, warum ich es hier schreibe.

Als ich als freiberuflicher Berater im Rahmen eines PeopleSoft-Projekts engen Kontakt zu Oracle bekam, da hatte ich neben umfangreicher Programmiererfahrung und detaillierten SQL-Kenntnissen auch weitreichende Erfahrungen mit verschiedenen Datenbanksystemen, beispielsweise Sybase oder dem Microsoft SQL-Server. Wenn Sie auf mein oben genanntes Datum geachtet haben und sich ein wenig auskennen, dann werden Sie jetzt sagen „damals waren die beiden Server doch nahezu gleich“. Stimmt genau, und damit sind wir der eingangs genannten Fragestellung wieder ein Stückchen näher gekommen.

Beim Umgang mit Oracle war nämlich vieles anders, als bei den bisherigen DBMS-Systemen. Die Werkzeuge sind andere, die Struktur der Datenbank (Schema, Tablespace) ist anders, Abfragen müssen zum Teil anders gestaltet werden. Anders ausgedrückt: Es gibt andere Restriktionen, aber auch andere Möglichkeiten. Diese auf einem Blick zu erkennen und umzusetzen ist nicht ganz einfach, und genau hier soll dieses Buch helfen.

Was hat man denn für Möglichkeiten, wenn man im Rahmen eines Projekts auf eine Datenbank stößt, mit der man sich bisher noch gar nicht oder zumindest nicht regelmäßig bzw. nicht so oft beschäftigt hat? Jedes Mal einen Kurs besuchen? Wohl dem, der diese Möglichkeiten hat. Das Handbuch lesen? Ich wünsche Ihnen bei Oracle viel Spaß dabei und glauben Sie mir: Die Bibel können Sie leichter lesen; außerdem ist sie auch noch weniger umfangreich. Die einzige Variante ist, sich mal wieder möglichst schnell per „Try and Error“ einzuarbeiten. Ein bisschen Hilfe kann hierbei aber nicht schaden, und genau diese halten Sie gerade in Ihren Händen.

Ich betrachte eine Datenbank immer als Werkzeug, als Mittel zum Zweck, mehr oder weniger Datensätze irgendwo zu speichern und bei Bedarf auch wiederzufinden. Genau wie das komplexe Thema Netzwerk, gehe ich in meinen Projekten immer davon aus, dass diese Dinge funktionieren und sich kompetente Kollegen um die Details kümmern. Ich bin eher für die Lösung irgendwelcher Anwenderprobleme zuständig. Ich weiß, was man mit einer Bohrmaschine alles machen kann, aber muss ich deshalb auch wissen, aus wie vielen Teilen meine Bohrmaschine besteht, wie man sie in alle Einzelteile zerlegen und wieder zusammensetzen kann? Ich denke nicht, Stecker rein muss reichen; danach kann ich ein schönes Loch bohren.

Genau aus diesem Blickwinkel ist dieses Buch aufgebaut. Bestimmte Themen, für die es in der Praxis Datenbankadministratoren und Netzwerkbetreuer gibt, werden ganz bewusst nur grob skizziert oder sogar ganz weggelassen. Gleiches gilt für Funktionen, die in der Praxis nur selten vorkommen und für die Sie, wenn Sie die Grundzüge von Oracle erst einmal beherrschen, schnell Informationen in den Handbüchern finden. Dieser Workshop kooperiert also mit der Dokumentation des Herstellers, er versteht sich also nicht als Ersatz, sondern lediglich als Ergänzung der ziemlich umfangreichen Online-Handbücher. Er soll Ihnen helfen, sich in die wichtigsten Themen schnell und mit Hilfe pragmatischer Beispiele einzuarbeiten.

Abschließend möchte ich in diesem Vorwort natürlich alle erwähnen, die mich zu diesem Buch inspiriert oder bei der Erstellung unterstützt haben. Da sind zunächst einmal die netten Kollegen des letzten Deutschen Bank-Projekts: warum soll ich nicht mal all das aufschreiben, was ich in den letzten dreißig Monaten erzählt habe. Dem letzten Projekt, der Einführung von PeopleSoft, kommt natürlich insgesamt eine tragende Rolle zu, denn es lieferte einige der in diesem Buch aufgearbeiteten Anregungen und Beispiele.

Erwähnen möchte ich auch meine beiden Kinder: euch traf es mal wieder am meisten, als Papa in den letzten Wochen noch weniger Zeit als sonst hatte.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und Erfolg beim Lesen und Durcharbeiten dieses Buches.

Ihr
Heinz-Gerd Raymans


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